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Bienvenidos a Benamahoma

Benamahoma mit seinen 429 Einwohnern ist ein Ort in der Region Cádiz in Spanien. Das andalusische Bergdorf liegt in einer Höhe von ca. 500 Metern über dem Meeresspiegel und fernab der touristisch übererschlossenen Touristenregionen der spanischen Küstengebiete der Costa del Sol und der Costa de la Luz. Benamahoma im Naturschutzpark Sierra de Grazalema ist einer der schönsten Orte an der Route der weißen Dörfer ("Ruta de los pueblos blancos"), erbaut am Westhang der bis auf 1.654 m ansteigenden Sierra del Pinar, umgeben von eindrucksvollen Bergen und Korkeichenwäldern.

Die Namensgebung Benamahomas geht zurück auf die maurischen Gründer und Besatzer der iberischen Halbinsel und bedeutet "Söhne des Mohammed". Nach der Siedlungsgründung dauerte die Besetzung durch die Mauren etwa 800 Jahre an, was das Dorf auch noch in der heutigen Zeit prägt. Auslöser für die Siedlungsgründung durch die Mauren war vermutlich die ortseigene, wasserreiche "Fuente del Nacimiento", die "Quelle der Geburt", die auch in den heißen Sommermonaten Andalusiens Landwirtschaft und Fischzucht ermöglichte. Die Quelle liefert 450 Liter bestes Quellwasser in der Sekunde.

In Benamahoma wachsen große Bestände des sehr seltenen Pinsapo (Abies pinsapo; Spanische Tanne, oder Pinsapo Tanne), einer Tannenart aus der Familie der Kieferngewächse (Pinaceae). Die Bäume erreichen ein Alter von bis zu 300 Jahren und Stammdurchmesser bis zu 140 cm und kommen fast ausschließlich in Südspanien und Marokko vor. Sie stehen heute auf der Roten Liste bedrohter Arten.

Die heute Benamahoma tangierende Straße (Carretera El Bosque - Grazalema (A-372)) wurde erst in den 1970'er Jahren in der heutigen Form erbaut. Bis dahin war das Dorf von der Außenwelt mühsam über schmale Pfade, zum Beispiel den heute als Wanderweg ausgezeichneten "Sendero de Río Majaceite", zu erreichen. Der Transport von Waren erfolgte mit Hilfe von Eseln, die Bevölkerung lebte fast ausschließlich von der Landwirtschaft und der Jagd.

Vielleicht ist auch der späte Anschluss an die Außenwelt dafür verantwortlich, dass Benamahoma ursprünglicher wirkt, als andere Gemeinden. Der gemeine Mitteleuropäer bekommt hier einiges in Bezug auf Flora und Fauna geboten. Wer sich in die Nähe des Río Majaceite begibt, muss zu Lande und im Wasser mit Schlangen rechnen. Wer sich in die Berge begibt achtet besser auf Skorpione und Geier mit bis zu 3 m Spannweite. Tier- und Pflanzenwelt, gepaart mit wunderbaren Panoramen, entschädigen den Betrachter aber für jede Vorsicht.

Am ersten Augustwochenende jeden Jahres feiern die Benamahometanos (auch Huerteros) traditionell das Fest "Moros y Cristianos" (Mauren und Christen), das auch außerhalb des Dorfes große Bekanntheit besitzt. In der mehrtägigen Veranstaltung wird unter anderem die Geschichte der Kämpfe um das Dorf und die Region mit realistischem Körpereinsatz nachgespielt: Die Vertreibung der Christen durch die Mauren und die spätere Rückeroberung durch die Christen. Die Geschichte der Mauren auf dem spanischen Festland reicht bis weit in das Mittelalter hinein, die letzten maurischen Bastionen (zum Beispiel Grazalema 1487 und Granada 1492) fielen erst zum Ende des 15. Jahrhunderts.